Alles eine Frage des Geschmacks?

Als Autoren haben wir es heute sehr einfach. Wir können uns für den klassischen Weg mit Agentur und Verlag entscheiden … oder fürs Selfpublishing. Dazwischen gibt es viele Varianten, Hybridversionen der regulären Autoren-Verlagsbeziehung. Es gibt das, was manche als „richtige“ Verlage bezeichnen, es gibt Dienstleister für Autoren und es gibt Druckkostenzuschussverlage. Ich bin mittlerweile über sechs Jahre im Buchgeschäft und kenne diverse Varianten. Jede davon hat ihre guten, jede ihre schlechten Seiten. Der Autor kann für sich selbst entscheiden, was ihm gefällt und welche Spielart er wählen möchte.

Groß frisst Klein und is(s)t allein?

Momentan überzeugt mich das gesamte System des Buchhandelns nicht mehr. Wenn Publikumsverlage …

ausschließlich große (meist eingekaufte, ausländische Star-) Autoren pushen und die (oft deutschen) Neuautoren als Lückenbüßer oder Beiwerk sehen, wenn große Buchketten kleine Verlage zur „Zwangsabgabe“ nötigen, um auch weiterhin deren Bücher auszulegen, wenn Verkaufszahlen unter Tausend Stück als „nicht tragbar“ gelten, obwohl sich eben jenes Buch am Autorenstand auf Messen gut verkauft, dann ist das nicht gesund. Das ist mein Empfinden. Andere mögen das anders sehen.

Nein, ich esse meine Suppe nicht!

Man kann es Marktwirtschaft nennen, gerne auch wirtschaftliches Denken/Handeln oder schlicht Konsum, der durch Angebot und Nachfrage geregelt wird. Aber es gefällt mir dennoch nicht. Es ist wie beim Brot: Ich will nicht bloß totes Weißbrot aus der Fabrik, auch wenn es angeblich von Hunderttausend Menschen gegessen wird. Ich mag knackiges Vollkornbrot, kräftiges Roggenbrot, malzigen Pumpernickel und luftiges Oliven-Ciabatta aus der Backstube nebenan. Ich will Vielfalt. Auch im Buchregal. Ich bin gegen den Einheitsbrei! Und deshalb nehme ich eine Abzweigung, wende mich bewusst vom klassischen Weg ab und beschreite Neuland.

Das Gelbe vom Ei?

Eigentlich ist es kein richtiges Neuland mehr, denn diese Abzweigung haben schon viele Autoren vor mir genommen, nämlich die in Richtung Selfpublishing. Interessanterweise werden es immer mehr, die den Weg in die Selbstständigkeit wagen. Was für die einen eine Bedrohung ist, ist für die anderen eine Befreiung von den Fesseln der tradierten Autor-Verlag-Handels-Buchbeziehung.
Ich sage nicht, dass es für Autoren der richtige Weg ist oder gar das Gelbe vom Ei. Aber er ist für mich in meiner aktuellen Situation der einzig Akzeptable. Und ein Verlockender noch dazu. Ich habe schon immer gerne „mein Ding“ gemacht. Mal mit, mal ohne Verlag. Jetzt mache ich eben alleine meine Werke. Meine MACHWERKE. Begleitet mich auf meinem Weg und entdecken wir gemeinsam Neuland.