Wenn an drei Tagen 42.000 Fantasten im Saarland feiern und dabei 55.000 Euro für den guten Zweck spenden, dann ist FaRK!

Was da vergangenes Wochenende in Schiffweiler an den Wassergärten/Reden abging, ist für mich nur schwer in Worte zu fassen. Da war zum einen die Veröffentlichung der lang ersehnten, lange vorbereiteten, ersten offiziellen FaRK-Anthologie, „FaRK Trek -Episode 1 – Das Erwachen der Legenden“, deren Mitherausgeberin ich neben Stephanie Kempin und Benjamin Kiehn bin. Es gab die Premiere-Lesung mit Größen der Phantastik. Wolfgang Hohlbein, Tommy Krappweis, Luci van Org, Ju Honisch … um nur ein paar von ihnen zu nennen.

Buchcover der FaRK Trek Anthologie

Das unvergessene Duett von Luci und Tommy. Die unendliche Flut an Menschen, die an dem Spaß hatten, was wir ihnen bereiteten, und mehr noch, es honorierten. Es gab neue Begegnungen, intensive Gespräche, Freundestränen und unzählbare Kuschelmomente mit Kollegen, die längst zu Freunden geworden sind. Aber da war noch so viel mehr. So viel … FaRK-Spirit! Ich habe gelernt, dass man selbst in dunkelster Nacht, gestrandet in einem kleinen, ausgestorbenen Kaff mitten im Saarland nicht alleine ist, wenn man bloß Fantasten um sich hat.

Dazu eine Anekdote vom Rande der FaRK:


Es begab sich zu einer Zeit im August, da parkte Madam B des Morgens am Messegelände der FaRK und vergaß, das Scheinwerferlicht ihres Wagens zu löschen. So leuchtet es den ganzen Tag bis spät in den Abend. Erst gegen 22 Uhr bemerkte Madam B das Malheur.
Kein Problem, dachte sie. Wozu gibt es schließlich Taxis, die mich zum Hotel bringen können?
Bloß, woher die Nummer des Unternehmens nehmen, wenn man keinen Informanten/Internet hat? Also sprach Madam B Melusine und Loreley an, die beide Handys mit weniger als minder Empfang hatten. Nach unzähligen Versuchen fanden die Zwei ein Taxiunternehmen, das Madam sogleich anwählte.
„Far-was?“, brummte kurz darauf ein bärbeißiger Tatzelwurm durch die Leitung.
„Die FaRK am Wasserpark Reden“, flötete Madam. „Am Messe-Ausgang steht ein Schild von Café Hannes.“
„Da sind wir heute Abend schon ein paar angefahren. Finden da niemand.“
„Aber da steht gut sichtbar ein Schild vom Café. Und ich stehe direkt am Haupteingang an der Straße vor einem beleuchteten Zebrastreifen.“
„Ne, ne. Das machen wir nicht mehr mit. Sind zu viele Ausgänge da.“
Noch bevor Madam zu betteln anfangen konnte, legte der Tatzelwurm ohne Verabschiedung auf. Nach einigem Suchen fischt Melusine eine weitere Nummer aus dem Netz. Der freundliche Wolpertinger in der Leitung versprach, einen Gefährten zu entsenden. Melusine und Loreley tauchten ab und Madam B wartete. Sie wartete. Und wartete. Es ward dunkel. Die Straße ward leer. Die Blase ward voll. Es kam ein Taxi … für eine Gruppe Heinzelmännchen am Café-Schild. Das Taxi fuhr davon. Es ward wieder ruhig.
Ein lockendes Gebüsch war in der Nähe. Murphys Gesetz kam der kleinen Madam in den Sinn und sie verkniff sich einen Toilettenbesuch. Nach gut einer Stunde kam tatsächlich der bestellte Wagen. Der Butzemann im Taxi fuhr Madam B ins gewünschte Dorf im Nirgendwo, setze sie um nunmehr 0 Uhr vor dem gebuchten Hotel ab und fuhr von dannen.
Madam wunderte sich zunächst ob der verriegelten Tür, rief nichtsdestotrotz die Late-Night-Check-In-Nummer an und klingelte hoffnungsvoll. Sie freute sich sehnlichst auf Bett und Toilette. Sie wartete, klingelte erneut … und sah die verschlossenen Läden des Etablissements, bei dem sie die Übernachtung gebucht und ihre späte Ankunft mehrfach angekündigt hatte. Sie bimmelte mit schwindender Hoffnung zum wiederholten Mal, und bimmelte erfolglos. Sie drehte sich um und sah die Straße hinunter. Im Dorf hinter ihr ward es dunkel, und es ward leer. Die Blase ward hingegen voller denn je und in der Nähe ein Gebüsch.
Pfeif auf Murphys Gesetz, dachte die kleine Madam und setze sich in die Brennnesseln.
Dann klopfte und läutete sie abermals, rief ein letztes Mal die Late-Night-Check-In-Nummer an und setzte sich schließlich niedergeschlagen auf die kalten Stufen des Hotels. Verzweifelt simste sie jeden Kontakt in ihrem Telefonbuch an, um nicht wie ein gestrandetes Schiffchen vor dem Hotel nächtigen zu müssen. Doch es war vergebens. Keiner antwortete ihr. Jegliche Freunde des vergangenen FaRK-Tages wich von ihr. So saß sie lange, von allen guten Fantasten und Kollegen verlassen, weinte bittere Tränen und niemand hörte ihr Wehklagen.
Tüdeldüü, piepste ihre Handtasche da plötzlich und Madam B zog erleichtert das Telefon heraus.
Doch es ward weder ein Angesimster, noch Hotelier, noch Geist, sondern Rübezahl persönlich, der ihr zu später Stunde schrieb. Er säße mitten im dunklen Wald in einem Hotel. Er danke für den schönen Abend und wünsche ihr eine gute Nacht.
Ob ich es mir erlauben darf?, fragte sich die kleine Madam und traute sich kaum, ihn um Hilfe zu bitten. Doch ohne zu zögern, versprach ihr der Held jener Nacht, sie zu retten. Keine zwei Minuten vergingen, da hatte er ein Zimmer für sie organisiert.
Ein Butzemann, der des Ersten Bruder hätte sein können, brachte sie in den frühen Sonntagmorgenstunden mit seinem Taxi vom dunklen Kaff in den dunklen Wald, wo sie dem wartenden, edelmütigen Riesen voller Dankbarkeit um den Hals fiel. Und noch während die Beiden die großherzige Tat mit einem rauschenden Fest feierten, trudelte eine Antwort-SMS nach der anderen ein. Ein jeder Angesimste, den Madam in ihrer Not um Hilfe gebeten hatte, meldete sich, entschuldigte sich für die späte Rückmeldung und bot sogleich Unterstützung an. Ganze zehn Rettungsangebote flogen der kleinen Madam zu und ließen ihr Herzlein fast platzen vor Freude.
Als sie schließlich in ihrem Bett lag und die vergangenen Stunden Revue passieren ließ, kam ihr der Leitspruch der FaRK in den Sinn: Es sind die Fantasten, die die Welt verändern!
Wohl wahr, dachte die kleine Madam. Solange es nur genügend Fantasten und Helden in meinem Leben gibt, werde ich niemals alleine sein!
Und wie es sich für ein ordentliches Sommermärchen gehört, weckten am nächsten Morgen sieben Gumbersteinzwerge die Madam. Sie brachten sie zu ihrem Wagen zurück. Unter den gestrengen Augen von Ekke Nekkepenn und seiner Frau Rahn revitalisierten sie die schwächelnde Batterie mit Gluhschwanzens Überbrückungskabel.
Als Madam B am letzten Tag schließlich wohlbehalten nach Hause kam, müde und beseelt vom fantastischen Wochenende im Saarland, da war sie so glücklich und zufrieden wie nie zuvor. Und weil sie noch lange nicht wach geworden ist, träumt sie auch heute noch von edelmütigen Bergriesen, Taxi fahrenden Butzemännern und singenden van Orgs.

Ihr seid fantastisch! Liebe! Euch allen!

Sandra

 

Ihr findet die Fotos und die dazugehörigen Erklärungen auch unter IMAGO.