MakingOf des Seraphim-Covers (Band 1) von Ars Fantasio

*Beitrag enthält Werbung-Unbezahlte Kooperation*

Eyecandy

Ich behaupte jetzt einfach mal, dass wir alle Augenmenschen sind. Wir brauchen „eyecandy“, also etwas Schönes, Interessantes, Bemerkenswertes, das uns anlockt und dazu verführt, etwas zu tun, was wir möglicherweise gar nicht tun wollten. Schokolade essen, zum Beispiel, weil da eine lustige, lila Kuh in die Kamera grinst. Oder genau diesen Kaffee kaufen, der auf der hübschen, sonnenbeschienenen Plantage in Guatemala gewachsen ist, wie uns der freundliche Kaffeeanbauer in der Werbung verraten hat. Oder dieses eine Buch kaufen, dessen Cover uns nun schon zum zweiten Mal auffällt, weil es nach Sonne, Meer und Freizeit anmutet.

Innovativ=spannend und althergebracht=langweilig?

Kurz gesagt: Cover generieren Verkäufe. Leider begegnen uns aber auch Cover, die alles andere als verkaufsfördernd sind. Gefühlte tausend Buchkleider zeigen Frauen in Rückenansicht vor einem See, Haus oder Wald. Hundertschaften von Schwert tragenden Kapuzenmännern posieren im Halbdunkel. Diese gähnend langweiligen Fließbandcover werden nur noch selbst geknipste Fotos und/oder grotesk zusammengewürfelten Bildteilen getoppt, die nebst Titel, Autorenname, Genre, womöglich auch noch den Verlagsnamen in sämtlichen Schriftarten und -größen, die Paint hergibt, zusammengeschustert sind. Lesbarkeit gleich Null. Leserinteresse – zumindest bei mir – gleich minus 100. Klingt übertrieben? Ist es leider nicht. Erst kürzlich wurde wieder ein solches „Meisterwerk aus eigener Produktion“ veröffentlicht und landete prompt als “Worst-of-the month” in einem Illustratorenforum.

Geschmackssache, sagte der Affe …

Wenn man sein Werk anpreist, dann sollte man das mit dem bestmöglichen Kleid tun. Dabei muss es beileibe kein Cover von einem Star-Illustrator sein. Aber ein wenig Liebe (und Geld) sollte trotzdem drin stecken. Das Cover deines Werkes wird nur dann den Erstkontakt zum Leser herstellen können, wenn es ansprechend und auffällig ist. Jedes Genre hat dafür seine besonderen Erkennungsmerkmale, die es dem Interessierten einfach machen, das Werk auf den ersten Blick einzuordnen. Man macht es den Interessierten damit leicht, aber man sollte sich dieser Merkmale nur sparsam bedienen, da man die Käufer schnell langweilen kann. Und Langeweile führt zum Wegschauen. Sie filtern Uninteressantes direkt aus und widmen sich bei den Millionen Möglichkeiten nur dem, was auf den ersten Blick interessant scheint. Und bevor sie auch nur ein Wort deines packenden Klapptextes gelesen haben, schaut er aufs nächste Cover. Dein Buch hat seine Chance verpasst. Schade!

Premade – das schnelle Cover

Dabei ist es so einfach, ein hübsches Kleid für Bücher zu finden. Viele Illustratoren bieten heute sogenannte Premades an, also fast fertige Cover für jedes Genre und jeden Geldbeutel. Bei Premades werden lediglich noch Titel und Autorenname angepasst. Eine prima Sache, wenn es schnell gehen muss, denn das passende Bild liegt schon fertig vor. Hinterher gibt es zudem keine böse Überraschung. Das Problem ist jedoch, aus den vielen Möglichkeiten sein Cover herauszufinden. Gleich auf Anhieb das Richtige zu finden, ist unwahrscheinlich. Aber die Suche kann sich durchaus lohnen. Oft gibt es Premades sogar exklusiv. Das heißt, dein ausgesuchtes Bild wird nicht noch einmal an einen anderen Autor/Verlag weiterverkauft.

Individuelles Cover – ganz nach Wunsch

Man kann ein Cover auch in Auftrag geben. Dabei ist es ratsam, mit dem Illustrator vorher schriftlich exakt zu vereinbaren, was gewünscht wird. Soll das Cover nüchtern oder verspielt sein? Welche Farben/Schriftarten sollen bevorzugt werden, welche Gegenstände zum Beispiel nicht darin vorkommen? Solche Details vorab festzulegen, hilft dem Illustrator, Fehlarbeiten (und damit bezahlte Zeit=Kosten für dich) zu reduzieren. Je mehr im Vorfeld abgesprochen wird, desto schneller wird ein zufriedenstellendes Endergebnis erreicht. Wichtig ist auch, noch vor Arbeitsbeginn einen Festpreis festzulegen. Manchmal macht es auch Sinn, verschiedene Ausbaustufen abzusprechen. Also z.B. ist im Betrag X eine Überarbeitungsrunde/zwei Stockfotos/zwei Farbnuancen etc. beinhaltet. Bist du damit noch nicht zufrieden, kannst du für Betrag Y eine Überarbeitung/ein weiteres Stockfoto dazu buchen. Frag beim Illustrator einfach nett nach. Die meisten geben gerne Auskunft und bieten viele Alternativen an.

Drum prüfet …

Mit guten Covern verkaufen wir nicht nur unsere Bücher, sondern auch Emotionen. Und damit diese gut transportiert werden können, muss der Illustrator zaubern. Am besten gelingt das, wenn zwischen Autor und Illustrator die Chemie stimmt und man mit gegenseitigem Verständnis am gemeinsamen Projekt arbeitet. Deshalb solltest du dich bei Kollegen umhören, mit welchen Designern sie zufrieden waren oder wer vielleicht weniger für dich und dein Projekt geeignet ist. Auch Designer haben ihre Vorlieben. Frag in geeigneten Facebook-Gruppen nach Illustratoren und umreiße dort knapp deinen Coverwunsch mit Genre. Es werden dir sicherlich einige Interessierte antworten oder dir jemand Tipps geben, an wen du dich wenden könntest. Noch ein Tipp: Wenn dir das Cover eines Buches besonders gut gefällt, dann frag doch entweder beim Verlag oder beim Autor nach, wer es entworfen hat. Oder du schaust ins Impressum des Buches. Dort wird normalerweise erwähnt, wer für die Covergestaltung verantwortlich ist.

Was war zuerst? Die Geschichte oder das Cover?

Ich habe bei einigen Büchern das Cover sogar noch vor dem Fertigstellen des Werkes anfertigen lassen. So geschehen bei Aquarií – Schlucht der Erinnerung und bei Darklander: Dunkles Verlagen. Ich brauche beim Schreiben immer jede Menge Eyecandy! Daher bastle ich mir auch gerne Moodcharts aus gesammelten Bildern, die ich in einem separaten Ordner auf dem PC ablege und mir bei Bedarf auf mein Papyrus-Klemmbord anzeigen lasse. Ich lege mir auch gerne ausgewählte Bilder/Cover als ständigen Hintergrund auf den Desktop. Andere Kollegen organisieren ihre Fotoalben auf Pinterest, um sich auf das Schreiben einzustimmen. Wie und wo auch immer, du das tust, tu es. Vielleicht versetzten diese Bilder/Cover auch dich in die richtige Schreibstimmung und erzeugen zusätzlich einen gewissen Druck, mit deiner Geschichte fertigzuwerden.

Aber lassen wir doch mal einen Profi zu Wort kommen. Viel Spaß beim Lesen des Gastbeitrages von Renee von Dream Design-Cover and Art!

 

*Folgender Beitrag beinhaltet Werbung eines Dienstleisters*

Hallo! Ich bin Renee von Dream Design und darf euch jetzt etwas zum Thema Coverdesign erzählen.

Zuerst kurz etwas über mich: Ich heiße Renee, bin 32 Jahre alt und der Gründer von „Dream Design – Cover and Art“. Ich habe mich Anfang 2018 als Grafikdesigner selbstständig gemacht, um einerseits meine Leidenschaft zum Beruf zu machen und andererseits Autoren zu helfen, schöne Cover und Werbematerialien für ihre Bücher zu bekommen. Mein Schwerpunkt liegt auf der Arbeit mit Selfpublishern. Deswegen sind meine Preise so angesetzt, dass auch Anfänger sich ein tolles Cover für ihr Buchbaby leisten können.

Aber warum eigentlich ein professionelles Cover?
Wenn du Selfpublisher bist, erreichst du deine Kunden größtenteils online. Auf Facebook, Amazon oder anderen Plattformen ist es oft nur ein Klick, der deinen potenziellen Leser von deinem Buch trennt. Dabei ist wichtig, dass das Interesse des Lesers geweckt wird. Warum sollte er gerade dein Buch anschauen? Im Buchladen nimmt man schnell mal ein Buch in die Hand, um den Klappentext zu lesen. Verkaufst du deine Bücher aber online, gibt es nur eines, dass der Leser zuerst sieht: das Cover. Es sollte nicht nur ansprechend fürs Auge sein, sondern auch in etwa vermitteln, worum es in deinem Buch geht. Kurz gesagt, es muss den Leser neugierig machen und anlocken. Gefällt das Cover, wird er wahrscheinlich auf dein Buch klicken. Dann ist der Moment für deinen Klappentext gekommen. Kann er ebenfalls überzeugen, hast du ganz sicher bald einen neuen Leser!

Ein gutes Cover ist wichtig, weil es den Leser in Stimmung bringt. Versteckt sich hinter diesem Cover ein erotischer Liebesroman oder ein spannender Krimi? Mit Farben, Bildern und der entsprechenden Bearbeitung weckt schon das Buchcover ein Gefühl bei demjenigen, der es anschaut. Es sollte Atmosphäre vermitteln und vielleicht sogar eine kleine Message. Worum geht es? Was erwartet ihn? Unser Ziel ist, dass jemand dein Cover anschaut und denkt „Ich will mehr darüber wissen!“. Das Cover ist eine der wichtigsten Kaufentscheidungen bei vielen Lesern. Es entscheidet, ob das Buch einen zweiten Blick wert ist – also versuchen wir, sie schon mit dem Einband deines Buches umzuhauen, bevor deine Worte es dann ebenfalls tun.

Beim Coverdesign gibt es sehr viel zu beachten. Jede Farbe vermittelt ein anderes Gefühl, selbst in Nuancen. Jede Schriftart oder Position der Buchstaben kann einen ganz anderen Eindruck erwecken. Nicht zuletzt geht es aber auch darum, das richtige Cover für das passende Buch zu finden. Das schönste, verträumteste Fantasy-Buchcover bringt nichts, wenn sich dahinter eine klassische Liebesgeschichte ohne Fantasy-Elemente verbirgt. Egal, wie wunderschön die Geschichte auch ist, die Leser werden etwas anderes erwarten und dann vielleicht enttäuscht sein. Aus diesem Grund versuche ich immer, gemeinsam mit dem Autor das allerbeste Cover für jedes Buch zu finden. Dafür arbeite ich eng mit meinen Kunden zusammen und stelle viele Fragen. Welche Zielgruppe soll das Cover ansprechen? Welche Stimmung herrscht im Buch vor? Gibt es Schlüsselszenen oder Orte, die ich im Coverbild aufgreifen kann? Es gibt unendliche Möglichkeiten, ein Buch in Szene zu setzen. Genau deswegen liebe ich es, Buchcover zu designen.

Ich hoffe, ich konnte dir dieses Thema ein bisschen näherbringen 🙂 Wenn du dich für meine Arbeit interessierst, schau doch mal auf meiner Facebookseite oder Homepage vorbei! Neben Buchcovern versorge ich dich auch mit Lesezeichen, Flyern, Kapitelschmuck und jede Menge anderen Werbematerialien.
Ich würde mich freuen, eines Tages vielleicht mit dir zu arbeiten!

Renee von Dream Design

http://www.facebook.com/traumdesigns/

http://www.cover-and-art.de

 

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